"Der Wind fegt durch die Sträucher" CO.IN. Medien

Katzengeschichten, die das Leben schrieb

Es ist der Samstag vor dem ersten Advent. Im Katzenhaus des Tierheims gab es heute viele Besucher, die sich für vierbeinige Mitbewohner interessierten. Jetzt am Nachmittag ist Ruhe eingekehrt.
Die letzten Besucher hatten eine große Dose gefüllt mit selbst gebackenen Plätzchen mitgebracht. Spontan entscheiden die Helferinnen, dass sie es sich im Aufenthaltsraum bei einer Kanne Kakao noch eine Zeit lang gemütlich machen werden. Urte schaut aus dem Fenster und meint nachdenklich: „Bei Olli war es damals auch kalt und noch schlechteres Wetter! Er hat Schreckliches durchgemacht.“ „Was geschah da?“, fragen Sandra und Anja. Urte beginnt zu erzählen.
Die Geschichte von Olli bleibt an diesem Nachmittag nicht die einzige ...

Das Buch „Der Wind fegt durch die Sträucher“ enthält diese Erzählungen und nimmt den Leser mit zahlreichen Katzengeschichten gefangen. Die Geschichten in diesem Buch basieren auf den Tierschutz-Erfahrungen der beiden Autorinnen. Deshalb haben die meisten der Erzählungen einen realen Hintergrund.

 

Die Autorinnen:

Ursula Druck
(Jahrgang 1946) lebt mit zwei Katzen in Rüsselsheim. Seit vielen Jahren ist die geborene Frankfurterin im Tierschutz aktiv. Sie ist Gründerin und Vorsitzende der „Katzenfreunde Rüsselsheim/Rhein-Main e.V.“.

Sabine Hailfinger
(Jahrgang 1967) lebt mit sechs Katzen und Katern sowie einem Hund in Ofterdingen bei Tübingen. Sie arbeitet seit vielen Jahren ehrenamtlich im Tierheim.

 

ISBN: 978-3-940574-40-4
127 Seiten, 9,80 Euro
Bestellung per Mail an: hamm(at)coin-online.de
(Bitte geben Sie bei einer Bestellung die gewünschte Anzahl der Bücher und Ihre Adresse an.)
Die Bestellung ist versandkostenfrei.

 

Leseprobe:

Spot

Es ist Mai. Ein harter Winter ist vorbei und die ersten Sonnenstrahlen wärmen wieder die Erde. Seit wenigen Wochen lebt in der alten renovierten Mühle ein Ehepaar mit seiner kleinen Tochter. Sie kommen aus der Großstadt, sind mit dem Leben auf dem Land und seinen natürlichen Bewohnern nicht vertraut. Aber die sechsjährige Lena erforscht begeistert die fremde Umgebung.
Was sie da alles entdeckt! In der Scheune hat unbemerkt von den Menschen eine zierliche Grautigerin ihre Jungen auf die Welt gebracht. Oben auf dem Heuboden im sicheren Versteck umsorgt sie fürsorglich ihren Wurf. Nur Lena hat sie nicht mit eingeplant. Die hört nämlich beim Herumstöbern Geräusche, steht sofort auf der Leiter und entdeckt überrascht das Nest. Gut für die Kleinen, dass Lena ein ganz liebes Mädchen und für ihr Alter schon sehr vernünftig ist! Ganz behutsam und leise streicht sie den Kleinen über die Köpfchen.
Von dem Tag an verschwinden Essensreste aus der Küche. Anja, Lenas Mutter, kann sich das nicht erklären. Lena hat sonst keinen sehr großen Appetit. Das Kind wird doch nicht etwa Mäuse füttern? Da ihre Tochter immer häufiger und länger verschwunden bleibt, steigt die Neugierde der Mutter. Nach einigen Tagen folgt Anja ihrer Tochter unbeobachtet in die Scheune. Dort sind die Katzenkinder schon recht lebhaft am Spielen.
Anja erschrickt. Auch ihr gefallen die possierlichen Babys, aber was soll sie mit fünf Katzen anfangen? Nach einigem Nachdenken ruft sie ihre Freundin Marga an. Die war schon immer eine Katzennärrin. Jetzt ist sie zudem beruflich häufig zu Hause. „Oh ja“, entgegnet Marga „ich schaue mir die Kätzchen am Sonntag an!“ „Du kannst sie nur leider nicht anfassen, die Katzenmutter lässt ausschließlich Lena an ihre Sprösslinge. Sie müssten übrigens etwa sechs Wochen alt sein.“
Marga geht hinter Lena in die Scheune. Lena hüpft auf der Leiter auf den Heuboden, fasst einen kleinen Schwarzen und legt ihn Marga in die Hand. Die erlebt völlig überrascht, dass das Kätzchen sein Köpfchen an sie schmiegt, ehe es flüchtet. Damit ist eine Entscheidung gefallen.
Nach vierzehn Tagen holt Marga das Katerchen, das sie Spot nennt, zusammen mit einem Brüderchen zu sich nach Hause.Trotz seiner wilden Mutter ist Spot nach anfänglichem Zögern und Verstecken zutraulich. Er liebt sein Frauchen genauso wie sein Brüderchen. Auch lässt Spot sich kaum aus der Ruhe bringen. Als Pezzi unheilbar krank wird, stirbt und über die Regenbogenbrücke geht, trauert Spot mit seinem Frauchen sehr, freundet sich aber rasch mit dem nur wenig jüngeren roten Miles an.
Anfangs ist Miles nach seinem Unfall noch krank und Spot betreut ihn fürsorglich. Gleichzeitig lässt Spot keine Zweifel aufkommen, wer  der Chef im Hause ist. Als die Katzen Jaiza und Cesar für einige Zeit zu Besuch sind und Miles attackieren, stellt sich Spot zwischen die unfreundlichen Gäste und den fliehenden Kumpel. Er steht nur da – hebt nicht einmal die Pfote. Am Tag danach verprügelt er Cesar aber doch, denn der ist noch unverschämter geworden und muss seine Lektion noch lernen.
Eine besonders enge Bindung entwickelt Spot zu Marga, obwohl er kein Schmusekater ist. Aber wenn es Frauchen schlecht geht, schläft Spot Pfote in Hand mit ihr. Und so ist aus einem Menschen und zwei Katzen ein eingeschworenes Team geworden. Eine Selbstverständlichkeit? Nicht für einen scheuen Kater.